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Die Haut-ein Spiegel der Psyche Psychodermatologische Bedeutung

Med Peter Itin, Stephan Lautenschlager, Peter Itin
unpublished
Im Volksmund heisst es immer wieder, die Haut sei ein Spiegel der Seele und die Seele ein Spiegel der Haut. Dies hat sich auch in der Medizin niedergeschlagen, wo die wachsende Bedeutung der Psychodermatologie er-kannt wurde. Einerseits können sich Hautkrankheiten unter Stress verschlechtern, als Paradebeispiel ist die atopische Dermatitis zu nennen []. Andererseits kön-nen bestehende Hautkrankheiten zu zusätzlichen psy-chischen und psychosozialen Problemen führen [, ]. Des Weiteren kann die
more » ... eiteren kann die Haut als Zielscheibe bei primär psychiatrischen Erkrankungen dienen, wie beispiels-weise Artefakterkrankungen oder Parasitenwahn [""]. Tatsächlich sind Patienten mit Hautkrankhei-ten in einem hohen Prozentsatz Depressionen, Angst-zuständen und zwanghaem Verhalten unterworfen, vor allem wenn die Hautkrankheiten sichtbar oder gar im Gesicht lokalisiert sind []. Besonders zu erwähnen sind hier Akne, Psoriasis und, wie in neueren Studien gezeigt, auch Hidradenitis suppurativa []. Symbol des Bösen und der Perfektion In gewissen Kulturen werden Narben als Symbol des Bösen dargelegt und im bekannten Film «Lion King» von Walt Disney wird der furchterregende Gegenspie-ler des Guten «Scar» genannt, da sich in seiner Darstel-lung eine grosse Narbe über dem linken Auge ndet. Die Haut als Symbol der Perfektion widerspiegelt sich im Bild der «Mona Lisa» von Leonardo Da Vinci. Als in-teressant imponieren vor allem vordergründig perfek-tionistische Darstellungen mit kleinen Makeln, wie das auch im Bild der «Mona Lisa» vorliegt. Die «Mona Lisa» zeigt am medialen Augenwinkel ein Xanthe-lasma und am rechten Handrücken ein Lipom. Die Tat-sache, dass kleine Schönheitsmakel im Gesicht als be-sonders attraktiv gelten, wird durch eine deutsche Untersuchung bestätigt: Alle Kandidatinnen für die Wahl der Miss Germany wurden digitalisiert und aus diesen Bildern eine Idealgur mit perfektem Gesicht ohne jegliche Hautveränderung kreiert. Die tatsäch-lich gewählte Miss Germany hingegen weist mehrere kleine Pigmentierungen im Gesicht auf, die oenbar einen besonderen Reiz ausüben. Auch in der Galerie der berühmtesten Schauspielerinnen fallen häug gut sichtbare Naevi im Gesicht auf, exemplarisch bei Liz Taylor, Marilyn Monroe, Liza Minnelli und Cindy Craw-ford. Die Darstellung der Haut und damit auch die Schön-heitsideale veränderten sich in den unterschiedlichen Kulturepochen. So wurde das Gesicht stilisiert und perfektionistisch zur Blütezeit des frühen Ägyptens dargestellt, während die Griechen und Römer eine na-turalistische ebenmässige Gesichtshaut abbildeten. In der christlichen Kunst wird das Gesicht als Medium für die Darstellung besonderer Szenen gebraucht, bei-spielsweise in den Marienbildern. Andy Warhol stellt die verschiedenen Gesichter von Marilyn Monroe in plakativer Art und Weise dar. Der Künstler selber er-lebte eine grösste Verunsicherung, als er bei einem At-tentat selber schwer verletzt wurde und nur durch eine Notoperation gerettet werden konnte. Bis zu seinem Tod ermahnten ihn die verbliebenen Operations-narben täglich an seine Vergänglichkeit, was ihn längere Zeit stark belastete. Sensibles Sinnesorgan Die Haut ist aber auch ein Sinnesorgan, das zahlreiche Reize perzeptieren kann. Die zahlreichen Mechanore-zeptoren sind für Berührungs-und Bewegungsmel-dungen verantwortlich, zusätzlich werden Schmerz-, Kälte-und Wärmeempndung via unterschiedliche Temperaturrezeptoren, Mechanorezeptoren und Nozi-Die Haut ist unsere äussere Hülle und umgibt die inneren Organe. Die Haut ist aber auch ein Präsentations organ, das den interindividuellen Erstkontakt ganz ent-scheidend beeinusst. So kommt neben der Schutzfunktion der Kommunikation grosse Bedeutung zu: die Haut als Ausdrucksorgan.
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