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Authentizität durch Technik. Eine kleine Typologie des Verschwindens in der zweiten Moderne

Thomas Meder, Mediarep.Org
2020
Thomas Meder Authentizität durch Technik. Eine kleine Typologie des Verschwindens in der zweiten Moderne Technik dient, Kunst spricht. So könnte die Zuspitzung jener Problematik lauten, zu deren Modifizierung ein komplexes Thema wie »Medien und ihre Techniken« bereits ganz allein zu erörtern wäre. Versteht man unter Medien mit Hans Beltings jüngst erschienener Bildtheorie, aus mehreren dort angebotenen Definitionen, generell »Trägermedien oder Gastmedien, deren die Bilder bedürfen, um sichtbar
more » ... ürfen, um sichtbar zu werden, also (...) Medien des Bildes«, so wird man auch dem Schluss Beltings zustimmen können: »Gerade die Mediendiskussion ist dazu geeignet, einen Bildbegriff zu entwickeln, der nicht in technischen Zusammenhängen aufgeht.« 1 Belting selbst hat seine Theorie anthropologisch orientiert, er widmet sich verstärkt dem Anteil des Betrachters an der (zweiten) Produktion eines Bildes. Anteil und Intention des Bild-Schaffenden sind entsprechend zurückgenommen, doch längst nicht irrelevant: Beltings Verständnis seiner Objekte -inklusive der Fotografie -bleibt im Rahmen des sanktionierten Kunstverständnisses. Wer nun könnte jene Geschichte weitererschreiben, die einer Bild-Kunst ganz innerhalb der Medien? Dies wäre nach wie vor die Aufgabe der Wissenschaft, und immer mehr auch der Bildermacher selbst, die sich, und nicht allein der Originalität willen, freilich eines anderen »Erzählens« zu bedienen hätten, um der Gefahr des endlosen Verdoppelns und Doch-nicht-Einholen-Könnens durch jenes andere Medium zu entkommen, das für diesen Versuch mittlerweile recht vernutzt erscheint: die Sprache. Wenn in die Phalanx zwischen »Autor«, welcher Art auch immer, und Werk ein Zündstoff treten soll, um die stets logozentrische Ekphrasis aufzuweichen, erscheint die Rolle der Technik außerordentlich bedeutsam, zumal mittlerweile kaum ein Bild mehr ohne technische Hilfe, wörtlich genommen, zur Welt kommt. Der Widerspruch einer sich auf technischem Wege von ihrem Schöpfer emanzipierenden Bildproduktion könnte sich als Signum des Zeitalters der technischen Bilder insgesamt herausstellen. Was hier folgt, ist eine kursorische Spurensuche nach Bildern und Autoren aus ganz verschiedenen Bereichen, die dieser Hypothek in der Vergangenheit bereits offensiv begegnet sind. Vor allem mit ihren Benutzern sind Bilder wie auch technische Medien symbiotisch verbunden. Beide tragen in der Regel eine Art Benutzeroberfläche vor
doi:10.25969/mediarep/14253 fatcat:46bl7qjusjcx5noloh3cb7jeg4