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ZUR RHYTHMIK DES 16. JAHRHUNDERTS

M. H. JELLINEK
1904 Beiträge zur Geschichte der Deutschen Sprache und Literatur  
r ZUR RHYTHMIK DES 16. JAHRHUNDERTS. Kunstausdrücke sollten in keiner ändern bedeutüng gebraucht werden als in der sie einmal üblich geworden sind. Hiergegen verstösst Chr. Äug, Mayer, wenn er Beitr. 28, 458 'arrhythmie' definiert als die regellose Verletzung von wörtund satzaccent zur erzielung eines scheinbar iambischeh verses. Das wort Arrhythmie' ist m, w. in der discussion über den bau der voropitzischen verse zuerst von Höpfner angewendet worden; Höpfner verstand aber darunter so ziemlich
more » ... arunter so ziemlich das gegenteil von dem, was Mayer damit ausdrückt. Höpfner stellt dem falschen iambiscljen rhythmus des nationalen reim verses die arrhythmie der von Lobwasser eingeführten 'französischen reimen-und silbenart' gegenüber; weit entfernt beide begriffe zu identificieren, erklärt er: 'JDie theprie, deren oberster satz die auch bei uns längst populäre silbenzählung war, gab jetzt den falschen iambischen rhythmus im allgemeinen gegen eine arrhythmie auf (Programm, Berlin, Wilhelmgymn. 1866, s, 255), Von mir behauptet Mayer s. 459, ich stünde auf seite Michels', der in manchen versen des Hans Sachs bewusste tqnabstufungen zum zwecke der Versinnbildlichung des Inhaltes widerfinde. An der von Mayer citierten stelle meiner Melissusausgabe erwähnte ich Höpfners auffassung des renaissanceverses und definierte dabei 'arrhythmie' als 'kein regelmässiger Wechsel von hebung und Senkung bei festhalten an der prosaischen betonung'. Zugleich sagte ich, dass ich von dieser arrhythmie überzeugt sei. Mayer muss wol erkannt haben, dass ich etwas anderes unter arrhythmie verstehe als er, da er mich unter den gegnern Dreschers aufzählt, der sich für arrhythmie, das wort in Mayers sinn genommen, ausgesprochen hat. Aber ganz mit unrecht bezieht Mayer meine bemerkung auf den Hans-Sachsischen vers.
doi:10.1515/bgsl.1904.1904.29.356 fatcat:w7tziuqpffbjbaupnqmssmrvre