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Kardiale Beurteilung der Sporttauglichkeit

A Hoffmann, R Isler
2007 Swiss Medical Forum = Schweizerisches Medizin-Forum  
Körperliche Bewegung und Sport als Sonderform davon sind seit längerem wichtige und anerkannte Komponenten eines gesundheitsfördernden Lebensstils. Umgekehrt ist der Bewegungsmangel als weitverbreiteter kardiovaskulärer Risikofaktor etabliert [1]. Mit seiner Verbreitung bei 20-25% der Bevölkerung trägt der Bewegungsmangel zu geschätzten 5-10% aller Herzinfarkte bei («population attributable risk») und folgt damit direkt hinter Rauchen, Hyperlipidämie und Hypertonie. Der Bewegungsmangel nimmt
more » ... ungsmangel nimmt als Risikofaktor einen quantitativ ähnlichen Stellenwert ein wie Diabetes und Familiarität von vorzeitigen arteriosklerotischen Erkrankungen [13]. Ein wichtiger direkter Mechanismus des Zusammenhangs zwischen fehlender körperlicher Bewegung und Atherogenese scheinen die unter Belastung entstehenden Scherkräfte zu sein, welche zur optimalen Funktion des Gefässendothels einen wichtigen Beitrag leisten [12]. Wenn man sich die ungeheure Ausdehnung des Gefässendothel-Organs (rund 1500 m 2 = 2 Fussballfelder) vergegenwärtigt, wird klar, welche entscheidende Auswirkung das Bewegungsverhalten haben kann. Die Empfehlungen für eine wirksame gesundheitsfördernde Lebensweise beinhalten eine täglich mindestens 30 Minuten dauernde Aktivität von wenigstens moderater Intensität (erhöhte Puls-und Atemfrequenz, Wärmegefühl und leichtes Schwitzen). Auf der anderen Seite werden wir immer wieder mit Meldungen über unerwartete und tragische Todesfälle beim Sport konfrontiert. Tatsächlich existiert ein «Risikoparadox»: Die Gesamtsterblichkeit von Menschen mit viel Bewegung ist zwar geringer, aber dennoch besteht während der Phasen der Anstrengung eine kurzzeitig erhöhte Anfälligkeit für Herztodesfälle. Diese ist besonders ausgeprägt bei Untrainierten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risikoprofil [5].
doi:10.4414/smf.2007.06324 fatcat:xbsdftahmngwtdnahguls7d42y