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Aus meinem Inschriftenwerk. VI

Eduard Glaser
1906 Orientalistische Literaturzeitung  
ORIENTALISTISCHE L1TTERATÜR-ZEITUNG. [Mai 1906.] 240 der in Α im allgemeinen entspricht 1 ). Auf dem Bedürfnis der Raumersparung beruht die Verkümmrung des Schluss-'am in Rabi' Z. 6, welche an die Verstümmlung des hä und gim in dem bekannten Wörterbuch der Imprimerie Catholique von Beirut erinnert: es ist genau das gleiche System. Noch ein Wort über den Stein im allgemeinen. Es wurde schon gesagt, dass die schlichte Ausführung eine Geldsache ist, vielleicht auch die Wahl der Schrift. Diese
more » ... Schrift. Diese Sorte Steil war billig, und die Grabsteinsetzer hatten nicht viel. Als Vermutung sei noch ein Anderes ausgesprochen: der Stein ist Provinzarbeit. Es ist ein merkwürdiges Zusammentreffen, wie wir ein lehrreicheres kaum wünschen konnten, dass wir aus dem Westen eine Inschrift besitzen, die fast gleichzeitig ist. Die undatierte Stiftungsurkunde Anars aus Bosra wird nach Kara-· bacek von van Berchem in das Jahr 544 gesetzt ["tout concourt ά faire de cette hypothese une qnasi-certitude u Syrie S. 32). Wie nicht anders zu erwarten, zeigen die Buchstabenformen neben wunderbaren Einstimmigkeiten im einzelnen Verschiedenheiten. Aber es liegt eine allgemeine Aehnlichkeit über beiden Urkunden, die mich sofort packte, als nach völligem Einleben in Β von 541 mein Auge auf die Bosra-Inschrift in Syrie Taf. III Nr. 6 fiel. Stark wirkt das Fehlen aller Punkte und Zierrat. Haupteindruck ist aber das Ungelenke. Diesen Eindruck gibt Berchem glücklich wieder mit den Worten, die er auf alle Texte der Selgukiden und Atabeke von Damaskus anwendet (S. 22): y,leur style garde un aspect provincial"·. Man möchte die Gleichung aufstellen: Anar-Inschrift Bosra 544 : Saläheddin-Inschrift Jerusalem 588 (Syrie Abb.' 10) = Β 541 : C 608. In dem ersten und dritten Gliede kleine Verhältnisse, Provinz; im zweiten und vierten Anstrich des Grand Seigneurs, hauptstädtisch. In keinem Falle ist es zulässig, aus den Buchstabenformen von Β im Verhältnis zu denen von Α generalisierend auf eine Stabilität der Schriftform zu schliessen (gegen mich Sp. 34). Die vorsichtige Forschung wird nur konstatieren: es kam vor, dass i. J. 541 eine sehr ähnliche Schrift angewandt wurde wie i. J. 230. Daraus darf nicht gemacht werden: i. J. 541 schrieb man auf Stein ') Zur Behandlung des rä in Art des nun, die oben Sp. 73 besprochen, vgl. die in Anm. 2 Sp. 238 aus Guest's Arbeit in JRAS für nun beigebrachten Belege "wjJßUaJl un d ^JASJUJ!. wie i. J. 230. Weitere Erörterungen über das historische Verhältnis von Steil und Rund werden zu C von 608 angestellt werden. (Fortsetzung folgt). Infolge einer längeren Abwesenheit von München, komme ich erst jetzt (April) dazu, einige Worte zu sagen über zwei höchst interessante Publikationen Hubert Grimme's, deren erste ("Internes aus der minäischen Religion") in dieser Zeitschrift (9. Jahrg., Spalte 57 ff.) erschienen ist, während diezweite("derLogosin Südarabien") einen der 85 Beiträge bildet (S. 453-461) zur Festschrift "Orientalische Studien. Theodor Nöldeke zum siebzigsten Geburtstag gewidmet von Freunden und Schülern und in ihrem Auftrag herausgegeben von Carl Bezold", Verlag von Alfred Töpelmann (vormals J. Becker), Glessen 1906. Da insbesondere die sogenannten f-t-htexte zu dem Grundstock meines am 17. Dez. 1902 begonnenen Buches gehören und (wie überhaupt die ganze sogenannte Glaser Collection, d. h. meine Londoner Sammlung) von mir schon in den ersten Monaten 1903 ausführlichst kommentiert wurden, so glaube ich in der Lage zu sein, ohne Schwierigkeit nachweisen zu können, ob und bis zu welchem Grade die Grimme'schen Ansichten zutreffend sind oder abgelehnt werden müssen. Angesichts der geistvollen und scharfsinnigen Art, in der Grimme den Inschriften zu Leibe geht, kann man von ihm wirklich nicht -wie von anderen Orientalistenbehaupten, er sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Anderseits aber ist es auch keine Tugend, einen Wald dort zu sehen, wo nur einige Grashalme stehen. Grimme beschäftigt sich hauptsächlich mit der Inschrift Gl. 282, in der, wie in allen "Fi'&texten", seiner Meinung nach von der persönlichen Manifestation eines Gottes in seinem Tempel, von Gotteserscheinungen die Rede sei, da der Terminus ΠΠδ, ihre bisherige äussere Marke, "Manifestation" bedeute. Er bietet "die erste durchlaufende Uebersetzung" von Gl. 282, übersetzt auch Gl. 299 (auf Spalte 64)
doi:10.1524/olzg.1906.9.16.122 fatcat:ouv2est3zzdcxh2mll7m3eojt4