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Rhetorische und Literatursoziologische Besonderheiten Ungarischer Dedikationspraxis im 17. Jahrhundert

Brigitta Pesti
2012 Hungarian Studies  
Die Studie hat den Gesamtkorpus der ungarischen Buchproduktion zwischen 1600 und 1655 zum Gegenstand, um die Gattung der Dedikation analysieren zu können. Anhand der 338 untersuchten Werke wird ein detailliertes Bild der paratextuellen Gattung in ihren rhetorischen, topos-historischen und dichtungstheoretischen Zusammenhängen gezeichnet, sowie das literarische Mäzenatentum der Frühen Neuzeit in Ungarn beschrieben. Neben der Analyse rhetorischer und literatursoziologischer Spezifika von
more » ... zifika von einzelnen Dedikationen wird eine umfassende theoretische und historische Gattungsanalyse aufgestellt. Die Forschungsergebnisse werden mit Bezug auf bestehende Untersuchungen der englischen, deutschen und französischen Literatur in einen internationalen Kontext gestellt, so können die Besonderheiten der ungarischen paratextuellen Gattung und der Patronage festgestellt und analysiert werden. Zwischen 1600 und 1655 sind in Ungarn nach dem Verzeichnis Alter Ungarischer Drucke (RMNy II und III.) 1 etwa 1684 Bücher erschienen, davon 610, also etwa 36 Prozent mit Dedikationsbriefen. Was, wie, wem und warum wurde dediziert? Die Geschichte und Entwicklung der Buchwidmung ist lang, wechselvoll und in wesentlichen Teilen -besonders was die ungarische Literatur betrifft -noch zu schreiben. Anhand einer widmungsgeschichtlichen Forschung kann man die gattungsspezifischen Eigenschaften der barocken Paratexte, sowie die historisch-politischen und sozialen Zusammenhänge feststellen, die sich der Entstehungsgeschichte und den hypotextuellen Zusammenhängen einzelner Werke annähern. Nicht zuletzt ermöglicht sie eine ausführliche Analyse der literarischen Patronage der Zeit. Die Dedikation, die symbolische Darbringung eines Buches ist in der Frühen Neuzeit fester Bestandteil der Buchausgabe. Im späten Mittelalter und zum großen Teil auch in der Frühen Neuzeit wurden die Bücher in Ungarn von Schriftstellern zwar selbst herausgegeben, allerdings nicht auf eigene Kosten. 2 Diese wur-Hungarian Studies 26/1 (2012)
doi:10.1556/hstud.26.2012.1.5 fatcat:meytiiuje5cmzfvw4mcjlyu73e