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Ueber das Fenchelöl, Sternanisöl und Anisöl

August Cahours
1841 Journal für Praktische Chemie  
XLVII. U e b e r d a s Fencr'ielol, S t e r n a u i s o l u n d Antisol. Von AL'GUST C A H O U R S . (Ann. dc clrirn. ut dc Pltys. Juillet 1811. p . 274.) Bekanntlicli bestehen die meisten fliichtigen Oele, so wie die fetten Oelc, nus zwei Theilen, einem, der bei gecvijhnlicher Lufitemperatur rest, und einem andern, der hei dieser Temperatur fliissig ist. De diese festen Oele gewuhnlich die Eigenschaft besilzen, zu liryslnllisiren rind sich bei bestimmten Temperatureri zu verfluclitigen, so
more » ... fluclitigen, so kiinueti sie nls reine Stoffe betrtichlet wertlen, wiihreiid diess nictit der Fall mil den fliissigen Oelen ist, welclie mcistetis aus Gemcngen von mehreren Subslrnzen beslehen, die sich nur mit grosser Schwieriglieit ; ",I einrnder lrennen lnssen, wegeri der Andogie der Eigenschaflen,'die sic besitzeti, und weil sie sich unler dem Einflusueder Wiirme leichter verfiiidern. Mchrere ilieser fesfen O d e , wic c. B. der Cnrnpher, das Coilmarin, der feste Theil des MMiinztiles, sind sorgfiltiy studirt worden untl zeigen sehr interessante Reactionen. I11 ilieser Abhitlliilullg hnbe ich mich I) mit dem feesten Theile d c~ Anisiiles , l?enchelijleu und Sternnnisiiles, 2) mil dcm Oele tles bittern Fenchels [finouil arnerJ beschiiftigt. Durch die auf ilas Sorgr;iltigste mit verschieilenen Exemplrren auPgcfiihrten Anrlysen und durch vielF5llige cbemische Reacliorren hnbc ich mich, wie ich in dieser Abtrandlung zeigen werile, von tier Identitiit dcr resten Oele des Anises, Sternanises und tles Pcnchels uberzeugt. Sobald diese Sectre erwiesen war, habe ich mich eiirzig uiid allein mit dcm Anisijle bcschiit'tigt, weil es diese r'este Substano in griisserer Menge und zu einern iiietirigern Preise liefert. Aber nlle irt dieser Abhandlung enthaltenen Thatsactieii lasseti sich eben so gut auP die anderen beiden Oele anwenden. Urn mir festes Anisiil im Zustrntle der Reinheit xi1 verschaffen , befolgle ich folgeniles Vcrhhren: Rohes klufliches Oel, welches mehr als 3s van dieser Substanz enthiilt, wurde zwischen iloppelten Lagen vbn Lihchpapier gepresst , bis day letztere nicht mehr fleckig murde, worauf das Oel mit Alkohol 22 Journ. f. pr:iht. C:i~!:nie. XXIY. 6. 338 C a h o u r s , iib. d. Fencheliil, SternanisGl u.Anisiil. von 0,85 behandelt wurdc, der es aufliist. Krystallisirt man es in Alkohol noch zwci-oder dreimal u m , 90 erhiilt man ein vollkommen reines Product, welches folgenile Charslitere bcsilzt: Es ist eine weisse Subslane, welciic in iiusserst gliinzeiiden Bliillchen lirystnllisirt. Ihr spec. Gew. i d fast dem dcs Wassers gleich. Es besitzt cinen weil schwiichern uiid angeriabmern Anisgeruch ala das rohe Oel. EJ ist, besondern bci Oo, sehr zerreiblich , kommt gegen 18" C. in Flriss mid bei 222' in's Sicden. Bei dieser Temlieralur verfluclitigt es sich ganz, wobei es iiur eine gcringe Verb-nderung erleidcl. Dessciiungenchlet win1 cs gelb, und die Zahlen, welche man bei Beslimmuiig der Dichtigkeit seines Dnmpfes erhiilt, entfernen sich ziemlich von deiien, wclclie die Anolysc giebt, so dass man in diesem Fallc sich jener Bcslirnmung niclit als Conlrole bedieiien konn. Da ich eraartele, dnss swischcn dicser Substanz uiid dem Ciiinpher eine Annlogie beslche, unterwnrf ich sie einer genauen Unlersuchuiig. Ich will hier in der Kurxe die Reactionen angeberi , welche sie beim ZusammerllreHen mit den verscliiedenen chemischen Agentien erseugl. Wird die Siibslanz selir langc Zeit dcm Zulritle des EauerslofTes oder der almosiihiirischcn Lufl, iniigcn sie n u n trockeii odcr I'eucht sein, ausgesetxt, 60 erlciilet sie, so lange sie i m festen Zuslande ist, keine Veriinderung. Wird sie aber im fliiasigen Zustande erhallen, so reriindcrt sic sich nach und nnch und vcrliert cndlich tlic Eigenschnl't, zu krystiillisircn. Setzt ffinn den Versuch 2 Jahrc long forl, so wird sic endlicli , !vie T h e o d o r v. S a us s u r e bewiescn hat, verharxt. Ctilor und Brom reagiren kriftig auf rlicse Substanz untl crxeugen Producte, welche von dein Ocle tlurch Substitiition abgelcilet werden. Die Aeteallidien, i n conccnlrirler AuPlusung und sicdcnd, Aiissern keine Wirkung auP sie, selbst bei eiiiem mehrstuiidigen Ziissmmensein. Ihre wcingcistige Aitflijsrrng verhiilt sich auC dieselbe IVeisc. Mali kann sclbet dns Oel rnit den im resten Zuslanile befindlichen Alkalien bei der Temperslur xusammenbringen, mobei es in's Sieden kommt, ohne dass es sich dadurch veriindert. Wenn man aber der von D u m 8s und St a s s in ihren Untersochungen iiber die gcgenscilige Wirkung der Allialien und der Alkohole angewandten Mcthode folgt, so bemerlit man, dass dns Oel sich verjindert untl ein eigentbum-C a ho u rs, iib. d. FenchelBI, SternanisGI u. Anisol. 34.1
doi:10.1002/prac.18410240150 fatcat:xeok2sjfsjabdbragxootes7de